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Intergenerationale Verständigung: Verschiedene Generationen auf „Du & Du“

Wenn Generationen sich wieder verstehen lernen (Teil 1)

Intergenerationale Verständigung wird zu einer der entscheidenden Fähigkeiten unserer Zeit. Denn noch nie haben so viele unterschiedliche Generationen gleichzeitig miteinander gelernt, gearbeitet und Verantwortung getragen. Und gleichzeitig scheint es manchmal, als würden sie in völlig unterschiedlichen Welten leben. Auch Alter ist eine Dimension von Diversity. Und wie jede andere Form von Diversity muss auch Altersdiversität gestaltet werden.

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Die einen sind mit Fax, Festnetztelefon und gedruckten Lexika aufgewachsen. Andere kennen eine Welt ohne Smartphone kaum noch. Für die einen bedeutet ein gutes Arbeitsleben Sicherheit, Verlässlichkeit und langfristige Zugehörigkeit. Für andere sind Flexibilität, Sinn, Selbstbestimmung und schnelle Entwicklung selbstverständlich.

Das Problem beginnt dort, wo aus diesen Unterschieden gegenseitiges Unverständnis wird.

„Die jungen Leute wollen sich nicht mehr festlegen.“

„Die Älteren verstehen die digitale Welt einfach nicht.“

„Früher war man noch belastbarer.“

„Heute muss alles sofort gehen.“

Solche Sätze kennen viele Unternehmen, Schulen und Organisationen. Sie klingen harmlos – und sind doch ein Warnsignal. Denn hinter ihnen stehen häufig nicht nur unterschiedliche Meinungen, sondern unterschiedliche Erfahrungen, Werte, Kommunikationsformen und Erwartungen.

Intergenerationale Verständigung bedeutet deshalb mehr als Toleranz. Sie bedeutet, die Perspektive der anderen Generation wirklich verstehen zu lernen – ohne die eigene aufzugeben.

Warum Generationen sich heute so schnell fremd werden

Generationskonflikte sind nichts Neues. Eltern und Kinder, junge und ältere Mitarbeitende oder unterschiedliche Lehrergenerationen haben sich auch früher nicht automatisch verstanden.

Neu ist jedoch die Geschwindigkeit, mit der sich Lebenswelten verändern.

Die klassischen Bezeichnungen „Babyboomer“, „Generation X“, „Generation Y“ oder „Generation Z“ beschreiben größere gesellschaftliche Kohorten. Sie dürfen allerdings nicht zu Schubladen werden. Nicht jeder Mensch einer Generation denkt gleich.

Trotzdem entstehen innerhalb weniger Jahre teilweise völlig neue Erfahrungsräume: durch Digitalisierung, soziale Medien, veränderte Arbeitswelten, neue Vorstellungen von Bildung, Familie und Lebensgestaltung.

Nicht unbedingt die Generation selbst wird schmaler – aber die Abstände zwischen prägenden Erfahrungswelten werden kürzer.

Wer seine Jugend noch ohne Internet erlebt hat, bringt andere Selbstverständlichkeiten mit als jemand, der von klein auf mit permanent verfügbarer Kommunikation aufgewachsen ist. Wer sein Berufsleben mit festen Hierarchien und klaren Karrierewegen begonnen hat, erlebt neue Vorstellungen von Arbeit möglicherweise anders als jemand, für den Flexibilität und Selbstbestimmung von Anfang an selbstverständlich waren.

Genau hier beginnt die Herausforderung intergenerationaler Verständigung.

In Unternehmen treffen unterschiedliche Arbeitswelten aufeinander

Besonders deutlich wird das in Unternehmen.

Deutschland steht vor einem erheblichen demografischen Wandel. Gleichzeitig arbeiten heute Menschen mit 20, 30, 40, 50 oder 60+ Jahren zusammen. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen mit – und damit enorme Ressourcen.

Ein älterer Mitarbeiter kennt vielleicht die Geschichte des Unternehmens, Kundenbeziehungen, informelle Entscheidungswege und Zusammenhänge, die in keinem Handbuch stehen.

Eine jüngere Kollegin bringt neue Perspektiven auf Arbeitsorganisation, Kommunikation oder Zusammenarbeit mit.

Das Problem entsteht, wenn diese Unterschiede nicht als Ergänzung, sondern als Bedrohung erlebt werden.

Ein Beispiel aus dem Unternehmensalltag

Ein erfahrener Projektleiter ist es gewohnt, wichtige Themen persönlich oder telefonisch zu klären. Eine jüngere Kollegin kommuniziert bevorzugt über digitale Kanäle und dokumentiert Entscheidungen konsequent.

Der Projektleiter empfindet ihre Kommunikation als unpersönlich.

Die Kollegin erlebt seinen Kommunikationsstil als ineffizient.

Beide haben gute Gründe für ihr Verhalten.

Aber keiner kennt die Logik des anderen.

Ein Workshop zur intergenerationalen Verständigung könnte genau hier ansetzen: Nicht „Wer macht es richtig?“, sondern:

Was steckt hinter unserem jeweiligen Verhalten?

Was bedeutet für mich Verbindlichkeit? Was bedeutet gute Zusammenarbeit? Wann empfinde ich Kommunikation als effizient – und wann als wertschätzend?

So wird aus einem Generationenkonflikt ein Lernfeld.

Auch Schulen sind Orte intergenerationaler Verständigung

Was für Unternehmen gilt, beginnt häufig schon viel früher: in Schulen.

Drei Generationen können unmittelbar aufeinander treffen

Häufig finden sich hier sogar drei unterschiedliche Generationen: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern. Zusätzlich unterscheiden sich auch innerhalb der Lehrer- und Elternschaft die Erfahrungen und das Alter teilweise erheblich. Selbst Schüler kommen aus völlig unterschiedlichen Kontexten (soziopolitisch und soziokulturell, z.B. durch Migration, Sprache), eine ErstklässlerIn und ein SchulabgängerIn können bereits sehr unterschiedliche Lebenswelten haben.

Eine Lehrkraft, die seit 25 Jahren unterrichtet, hat andere pädagogische Erfahrungen als eine Berufsanfängerin.

Die eine hat erlebt, wie sich Unterricht ohne digitale Medien organisieren ließ. Die andere bringt möglicherweise neue didaktische Konzepte und andere Vorstellungen von Lernen mit.

Daraus können Spannungen entstehen:

„Das haben wir schon immer so gemacht.“

trifft auf:

„Warum machen wir das eigentlich noch so?“

Und plötzlich geht es nicht mehr um eine konkrete Unterrichtsmethode. Es geht um Erfahrung, Anerkennung und die Frage:

Wessen Wissen zählt?

Ein Beispiel aus dem Schulalltag

Eine jüngere Lehrkraft möchte eine Unterrichtseinheit stärker selbstorganisiert gestalten. Eine erfahrene Kollegin warnt davor, weil sie aus ihrer Erfahrung weiß, dass manche Schülerinnen und Schüler mit zu viel Selbststeuerung überfordert sind.

Beide haben einen berechtigten Punkt.

Die jüngere Lehrkraft sieht Möglichkeiten, die die ältere vielleicht noch nicht ausprobiert hat.

Die erfahrene Lehrkraft kennt Situationen, die die jüngere noch nicht erlebt hat.

Intergenerationale Verständigung bedeutet hier, beide Wissensformen zusammenzubringen.

Nicht:

Alt gegen jung.

Sondern:

Erfahrung trifft Innovation.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Wenn die eigene Peer-Group zur Komfortzone wird

Ein weiterer Faktor wird häufig unterschätzt: Menschen bewegen sich zunehmend in ihren eigenen Peer-Groups.

Das gilt für Jugendliche genauso wie für Erwachsene.

Wir kommunizieren mit Menschen, die ähnliche Interessen haben, konsumieren ähnliche Medien und bewegen uns in ähnlichen sozialen Räumen. So entsteht leicht eine Art Parallelwelt.

Die andere Generation wird dann nicht mehr als Gruppe konkreter Menschen erlebt, sondern als Klischee.

Die Jugendlichen sind „die Generation TikTok“.

Die Älteren sind „die Digitalverweigerer“.

Die Mittleren sind „die, die zwischen allem aufgerieben werden“.

Solche Zuschreibungen vereinfachen die Welt – aber sie verhindern Verständigung.

Intergenerationale Verständigung beginnt deshalb dort, wo wir aufhören, über Generationen zu stereotypisieren, und anfangen, mit Menschen zu sprechen.

Was intergenerationale Verständigung konkret bedeutet

Intergenerationale Verständigung heißt nicht, dass alle gleich denken sollen.

Im Gegenteil.

Unterschiede sind wertvoll.

Sie werden nur dann zum Problem, wenn wir nicht mehr mit ihnen umgehen können.

Es geht um die Fähigkeit,

  • unterschiedliche Perspektiven auszuhalten,
  • Vorurteile über andere Generationen zu erkennen,
  • die eigenen Prägungen zu reflektieren,
  • verschiedene Kommunikationsstile zu verstehen,
  • Erfahrungen und Wissen auszutauschen,
  • Konflikte frühzeitig anzusprechen,
  • voneinander zu lernen,
  • und gemeinsame Ziele über Altersgrenzen hinweg zu entwickeln.

Das ist Persönlichkeitsentwicklung – und gleichzeitig Organisationsentwicklung.

Wie intergenerationale Verständigung trainiert werden kann

Intergenerationale Verständigung lässt sich nicht durch einen einmaligen Vortrag lösen. Sie ist eine Kompetenz, die erlebt, reflektiert und eingeübt werden muss. Dafür eignen sich beispielsweise Workshops, moderierte Teamprozesse und individuelles Coaching, aber auch generationenübergreifendes Reverses Mentoring.

Weitere Ausführungen siehe unter dem Folgebeitrag: Wettbewerbsvorteil = Verständigung zwischen Generationen . Wenn Generationen sich wieder verstehen lernen (Teil 2)

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Entdecke auch https://silke-weigang.com/die-neuen-fachkraefte-sind-schon-unter-uns-diversity-schafft-zukunft/ .

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Beitrags-Bild oben von Khanh Trinh (Pixabay)

Die neuen Fachkräfte sind schon unter uns! Diversity der Gen Z schafft Zukunft!

Händeringend suchen Firmen in Deutschland, Teilen Europas nach kompetentem Nachwuchs! Er steht bereits IN der Tür und wird kaum wahrgenommen.

Junge Menschen der Gen Z, die aus anderen Ländern zu uns kommen, bringen viele wertvolle Kompetenzen mit, die von uns als Gesellschaft, in Firmen selten als Potenzial gesehen werden und deren sie sich selbst oft nicht bewusst sind. Was für ein Verlust!

Hier schafft die Mentorstiftung einen neuen Ansatz: endlich passiert Gespräch, Erkunden, Bereichern. Sie bringt Unternehmer, junge Leute mit Migrationshintergrund und deren Schulen zusammen – und alle drei Seiten profitieren davon. Als selbständige Unternehmer der Klein- und Mittelindustrie im Raum Bodensee treffen wir am „Inspirationstag“ einen Vormittag lang auf die Schüler. Vermittelt hat diese Möglichkeit der Verband Business Network International (BNI) auf Freiwilligenbasis.

Unternehmer der Gen X und jugendliche Migranten der Gen Z bereichern sich gegenseitig

In einer Form von Speed-Dating unterhalten wir uns zu viert – zwei Unternehmer, zwei Schüler – eine halbe Stunde lang. Dann wird gewechselt, das Schülerpaar zieht weiter. Unsere Aufgabe als KMU: als Mentor von unserem beruflichen Werdegang erzählen mit seinen ups & downs, von unserem Hoffen, Ringen, Scheitern, Erfolge feiern… Wir fragen auch die Jugendlichen nach ihren Hintergründen, Hobbies und Berufswünschen. Was als Unterstützung für die Jugendlichen gedacht war, wird zur Bereicherung für uns selbst. Noch Tage habe ich darüber nachgedacht, erzählen die Unternehmer-Kollegen. Was hat uns so erfüllt? Wir sind auf junge Menschen, viele aus dem Nahen Osten, aus Ost-Europa, aus Südamerika gestoßen, die oft unfreiwillig oder ungefragt mit ihren Familien nach Deutschland gekommen sind oder kommen mussten. Und das in einer Lebensphase, der Pubertät, in der eh alles auf dem Kopf steht und nichts wichtiger sind als Peers und gute Freunde – überall auf der Welt. Und wir entdecken Jugendliche, die alle sehr freundlich und offen sind, dankbar für die Begegnung; viele sehr selbstbewusst mit klaren Vorstellungen ihrer Berufswünsche, versiert in der digitalen Welt – und doch großen Fragezeichen, wie sie jeh da hinkommen sollen…

Integration mit Vertrauen, Zielstrebigkeit und Leidenschaft

… die Sprache als handicap, bemerken viele. Sie werden nicht immer für voll genommen, weil sie nach 1-1,5 Jahren im Land noch nicht perfekt Deutsch sprechen… Wir hören näher hin und erfahren, welche Berufspraktika schon absolviert wurden oder Hobbies mit viel Selbstdisziplin und Engagement betrieben Talente zu Tage fördern. So nebenbei stellt sich heraus, dass diese inter-kulturell erfahrenen Jugendlichen der Gen Z   2, 3, 4 weitere Sprachen fließend beherrschen… Hier machen wir Mut, im Praktikum, potentiellen Arbeitgebern gegenüber selbstbewusst aufzutreten: wer 3-4 Sprachen beherrscht, wird auch Deutsch schnell lernen und noch so manches mehr…

Da packen ein Unternehmer und ein Schüler die Gelegenheit gleich beim Schopf: es ensteht die Vereinbarung für ein Praktikum im Sommer, ein Beispiel für uns alle.

Persönlich habe ich den Schülern zwei meiner selbst gemalten Visionsbilder mitgebracht: „eines konnte ich in meinem Leben schon verwirklichen, an dem anderen bin ich gerade dran!“ 🙂 erzähle ich den Jugendlichen und mache ihnen Mut, ihre eigenen Träume zu malen, ihnen ein Gesicht zu geben und mit Vertrauen, Zielstrebigkeit und Leidenschaft ihren Weg zu gehen. Übrigens, „mein Vater ist auch geflohen in den Kriegswirren, da war er selbst noch ein Kind!“ Integration kann gelingen, wenn beide Seiten sich öffnen! Plötzlich machen die Jugendlichen uns Mut: … über die Begegnung mit ihnen haben wir uns als Unternehmer-Kollegen gegenseitig auch auf neue, bereichernde Weise kennengelernt… menschlich sehr nah… gute Voraussetzung für vertrauensvolle Geschäfte – künftig, so hoffen wir, mit neuen Fachkräften und mehr Diversity.

Siehe auch Angebote unter https://silke-weigang.com/schule/

sowie https://silke-weigang.com/wettbewerbsvorteil-verstaendigung-zwischen-generationen/ .

Pressestimmen

Als internationale Unternehmerin für Business Network International (BNI) und Mentorenstiftung (Kurz-Video)

schlagfertig

Stammtischparolen gekonnt kontern

Mit Humor gegen platte Polemik

Fremdenfeindliche Äußerungen hört man am Stammtisch, bei der Arbeit, im Verein, bei Familienfesten. Doch wie am besten souverän (re)agieren? Hier zeige ich Ihnen Strategien auf, wie man platte Stammtischparolen gekonnt kontern kann.

„In der Fremde ist jeder Mensch ein Ausländer!“

Im Dialog bleiben! Unrecht benennen!

Gegen politische Diffamierung und Polemik. Angriffe und gemeine platte Stammtischparolen gekonnt kontern, souverän. Für Wertschätzung, Toleranz, Diversität und klare Benennung von Unrecht.

Mein Ziel ist es, dass wir gesellschaftlich in einem Dialog bleiben! Uns gegenseitig hören und gehört werden! Unterschiedliche Meinungen – und vor allem Erfahrungen – austauschen und stehen lassen. Die Komplexität aushalten. Wieder differenzieren. Menschenwürdiges Leben in Deutschland ermöglichen für alle seine Bewohner!

Ja, es gibt himmelschreiende Übergriffe von einzelnen Ausländern, manche von ihnen Geflüchtete/ Flüchtlinge, auf Deutsche, häufig auf junge Frauen! Dieses Unrecht muss benannt werden. Ursachen müssen beseitigt, Lösungen gemeinsam gefunden werden, (rechtliche) Konsequenzen greifen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Umkehrschluss gilt, nämlich, dass jeder Ausländer kriminell und agressiv ist. Halten Sie sich vor Augen, wie viele Millionen Begegnungen zwischen Aus- und Inländern in Deutschland täglich völlig friedlich verlaufen! Ja, es gibt diffamierende Übergriffe von manchen Deutschen auf Fremde in diesem Land! Dieses Unrecht muss ebenso benannt werden. Ursachen müssen beseitigt, Lösungen gemeinsam gefunden werden, (rechtliche) Konsequenzen greifen. Das bedeutet ebensowenig, dass hier der Umkehrschluss zieht: Deutschland fremdenfeindlich ist, oder jeder (zweite) Deutsche ein verkapptner Nazi.

Macht-Mißbrauch gegen Menschen darf nicht kulturell verbrämt werden – weder beschönigend noch verurteilend

Ja, es gibt Erklärungsmodelle kultureller und religiöser Art, die nicht duldbar machen dürfen, wenn Unrecht geschieht durch Macht-Mißbrauch, z.B. von Männern gegenüber Frauen (und auch umgekehrt) – innerhalb einer Kultur und auch Kulturübergreifend. Dieses Unrecht ist manchmal sehr offensichtlich – z.B. bei gewaltsamen und sexuellen Übergriffen. Es wird aber häufig von Zivilcourage bis Presse nicht deutlich genug benannt oder wiederum sehr einseitig dargestellt. Diese Vergehen werden zu wenig geahndet, die Würde der Opfer muss wieder hergestellt, viel mehr noch präventiv gehandelt werden.

Bei subtileren Formen wird es dagegen schwieriger, z.B. einer nicht als gleichwertig empfundenen Behandlung von Menschen (unterschiedliche Rollen? HerabWERTung?). Schnell haben wir durchaus kulturell geprägt Stereotype, unterschiedliche WERTe-Vorstellungen und oft vorschnelle Be-WERTungen bei der Hand… hier gilt es zu hören, subjektives Empfinden einzuholen, Menschenrechte kulturell sensibel als Maßstab anzulegen, auch hier im Austausch zu bleiben, nachzufragen, Hilfe anzubieten, im Gespräch zu bleiben. Wir können vieles nicht sofort be-urteilen. Wir könnten statt zu werten erstmal würdigen …

Die Würde des Menschen muss der Maßstab sein!

Dann brauchen wir beides: Unrecht muss klar benannt und möglichst präventiv verhindert werden, egal von wem es ausgeht! UND: Wir müssen die Komplexität der Lage in Zusammenhängen sehen, denken, differenzieren. Verhältnismäßig bleiben. Die Auswirkungen auf die Menschen betrachten. Und ihre Wünsche und ihren freien Willen einbeziehen.

Wir brauchen den Menschen achtende Pluralität, Diversität, neue Blickwinkel! Wir brauchen Menschen aus ALLEN Religionen und Kulturen, die sich stark machen für die WÜRDE ALLER Menschen, für gemeinsam gelebte Werte der gegenseitigen Achtung. Es ist wichtig, dass sich Menschen FÜR Menschen wertschätzend äußern, einsetzen, auch laut werden gegen Hass und Diffamierung, wenn es sein muss. Frauen wie Männer. Christen wie Muslime… FÜR den Menschen in erster Linie, nicht für wie auch immer geartete Gruppierungen. Faschismus, Rassismus, exzessiver Fundamentalismus haben Menschen nie gefördert, entfalten lassen und zum Glück geführt – egal welcher Coleur. Wir brauchen den Menschen achtende Pluralität der Ansichten und Lebensformen in unserer Demokratie!
Vielfalt, die uns gegenseitig bereichert. Toleranz, die nicht wegschaut vor Unrecht – egal von wem es ausgeht! Deswegen mache ich mich stark für den gesellschaftlichen parteiübergreifenden Dialog und biete das Seminar „Stammtischparolen gekonnt kontern“ an. Eine Einladung an uns alle, neue Blickwinkel und Perspektiven einzunehmen! Uns bereichern zu lassen. Nicht auszulernen. Uns zu entfalten und zu erweitern…Gegen Polemik, für Stammtische.

Wer meint, ich sei gegen Stammtische, hat mich nicht verstanden. Sie haben schon historisch einen wichtigen Platz in unserer streitbaren demokratischen Kultur! Genau dort wird ja gerungen, Ansichten ausgetauscht…Ich bin gegen die Verallgemeinerung, Pauschalierungen, Verunglimpfungen, polemische stereotype Abwertungen, diffamierende Parolen. Daher ermutige ich, nicht bei der Blockade, die uns alle einholen kann, stehen zu bleiben! Sondern sie wahrzunehmen, tief durchzuatmen und dadurch kreativ zu bleiben. Um die eigene Blockade gegenüber dumpfen Parolen zu überwinden, gehören neben einem gewissen Training auch Mut und Selbstbewusstsein. Wer die eigene Blockade erkennt, kann diese dann auch überwinden.

Stammtischparolen gekonnt kontern! Wie sieht die passende Reaktion aus?

Es gibt – immer – verschiedene Möglichkeiten. Man muss überlegen, was man mit der Reaktion auslösen möchte. Will ich mein Gegenüber verdutzen, sprachlos machen oder verstehen? Haben wir eine gemeinsame Vorgeschichte und will ich auch eine gemeinsame Zukunft? Etwa bei Freunden, Kollegen, Bekannten und Angehörigen ist es wichtig, das im Hinterkopf zu behalten. Die Kunst besteht darin, eine gewisse Gelassenheit zu bewahren.

Gelassenheit allein reicht nicht aus, Strategien braucht’s…

Stammtischparolen gekonnt kontern: es gibt mindestens fünf Möglichkeiten zu (re-)agieren.

  1. Man tu so, als hätte man es nicht gehört, schalte auf Durchzug. Tatsächlich ist das manchmal die richtige Reaktion, vor allem, wenn man sich selbst schützen will.
  2. Man kann die Aussage sachlich richtig stellen.
  3. Man kann aber auch empathisch auf den Gesprächspartner eingehen und versuchen, ihn zu verstehen. Wie kommt er zu seiner Aussage? Was ist der Hintergrund? Bekommt er vielleicht nicht genug Geld? Ist da eine persönliche Angst oder Wut? So kommt auch er ins Nachdenken. Maxime: Verstanden ist nicht einverstanden! Ich kann komplett anderer Ansicht sein UND zugleich die Sichtweise des anderen nachvollziehen können.
  4. Dann gibt es noch die Hubschrauberposition, bei der man neutral auf das Gespräch blickt und schildert was passiert: „Du hast mich schon dreimal unterbrochen. Lass mich aussprechen“ oder „Das erzeugt eine Kampfstimmung. Lass uns sachlich bleiben.“ Man erinnert also an allgemeingültige Spielregeln des wertschätzenden Umgangs miteinander. Und man setzt Grenzen. So nicht!
  5. Oder man reagiert „schlagfertig“ im engeren Sinne, indem man spielerisch in Bildern denkt und mit Worten jongliert.

Maxime:
Ernstzunehmend auf der Beziehungsebene,
spielerisch auf der Sachebene.

Souverän & auf gleicher Augenhöhe: auch mal scharf in der Sache, respektvoll im Umgang miteinander

Sie wollen Ihr Gegenüber nicht bloßstellen, mundtot machen oder niederkämpfen – nur entwaffnen!

Das Ziel ist, die eigene Souveränität wieder herzustellen & auf gleicher Augenhöhe zu kommunizieren.

Humor kann unheimlich entspannen – wenn Lachen auf beiden Seiten möglich macht, dadurch zu erkennen, wie verzerrt die Darstellung/ Wahrnehmung eigentlich geworden ist…Manchmal ist es aber auch notwendig, klare Grenzen zu setzten und an die allgemein gültigen Umgangsformen zu erinnern im Sinne der Menschenwürde… – und zwar in beide Richtungen, wie hier unten an den Angriffs-Sätzen deutlich wird – unabhängig von der Person des Angreifers. Neuankömmlinge werden aufgrund ihrer Andersartigkeit oft pauschal diffamiert. Alteingesessene aber auch… ebenfalls aufgrund ihrer Andersartigkeit… hier brauchen wir alle miteinander Achtung, Respekt und eine Portion diskrete Neugier auf den anderen… Offenheit für das unter umständenden Gegensätzliche, echte Diversity!

Die Würde des Menschen muss in der Vielfalt Maßstab sein!

Folgend ein paar Beispiele für pauschale Parolen und mögliche entwaffnende Entgegnungen:

Polemische Angriffe und mögliche gekonnte Konter

Angriff Mögliche Konter
„Flüchtlinge bekommen alles!“ „Sie wissen halt, wie man mit Geld umgeht.“ ;-))
„Die sind doch alle kriminell!“ „Was meinen Sie mit *kriminell*?“
“Wer sind *alle*?“
„Sie haben da Sorge!?“
„Das sind doch alles Tiere“ „Richtig, wir stammen ja alle vom Affen ab.“
„Vorsicht, auch in mir schlummert ein wildes Tier.“
„Das ist eine Diffamierung. Lass uns sachlich bleiben.“
Alle (blonden) deutschen Frauen sind Schlampen!“ „Was meinen Sie mit ‚Schlampen‘?“
„Woher wollen Sie das wissen?“
„Du scheinst Dich ja gut auszukennen!“
„Gilt umgekehrt: ALLE muslimischen Männer sind Vergewaltiger?“
„Das ist eine Beleidigung. Lass uns Männer U-N-D Frauen achten!“

Achten Sie auf Ihr Gegenüber nach der Replik / der schlagfertigen Antwort. Das Gespräch soll damit ja nicht beendet sein – sondern im Sinne des gegenseitigen Hörens und Ernstnehmens erst beginnen! So können Sie Stammtischparolen gekonnt kontern. Sie möchten eine Liste von fremdenfeindlichen Parolen und möglichen entwaffnenden Entgegnungen? Schreiben Sie mir eine mail!

Sie interessieren Sich für mehr?

Reaktionen in der Presse:

Was tun? Mit Humor gegen platte Polemik in: vonWegen 1/19 „Wahl ist immer! Wert(e) der Demokratie“, S. 30f.   kostenloser pdf download möglich.

Lahrer Zeitung: Humor hilft gegen platte polemik

Badische Zeitung: Wie-man-am-besten-auf-stammtischparolen-reagiert

Münchner Merkur:   Vorwürfe gegen Migranten: Was tun gegen Killerphrasen?