Konflikte

Führung international: interkulturelle Konflikte in Synergie bringen

Führung international: interkulturelle Konflikte in Synergie bringen

In einem heterogenen Team, sei es in der Linie, sei es im Projekt, begegnen Sie als Führungskraft oder Projektleiter jeder Menge Vielfalt – Diversity. Unterschiedliche Persönlichkeiten, (nationale) Kulturen oder Arbeitsstile wollen miteinander in einen guten Ausgleich gebracht werden, damit alle zusammen als Hochleistungsteam erfolgreich sind.

Konfliktpotenzial erkennen – Interkulturelle Dimensionen aufdecken

Dazu ist es hilfreich, bei den verschiedenen Positionen auf die dahinterliegenden Interessen und Werte zu achten. Sie bewusst zu machen, zu benennen und in eine gute Balance zu bringen. Stereo-Typisierung ist dabei erlaubt, sofern sie humorvoll übertrieben zum Erkenntnisgewinn beiträgt und die Zuschreibungen anschließend wieder erweitert werden.

Italienische Emotionalität versus deutsches Faktenwissen

Untersuchen wir ein pointiertes Beispiel.
Das Meeting ist auf 14 Uhr angesetzt. Der Italiener, Herr Scalofari, Teamleiter bei einem großen italienischen Automobilhersteller, ist mit Kollegen noch beim Kaffeetrinken und diskutiert mündlich nebenbei schnell den wichtigen Auftrag, um den es gleich in der Sitzung geht. Er setzt die (kollektive) Beziehung über die Punktgenauigkeit. Sein deutscher Kollege, Herr Möllemeier, Sparringspartner im Zuliefererbereich, sitzt dagegen alleine wartend im Besprechungsraum, gewohnt, eines nach dem anderen zu erledigen und die Sache nun unterschriftsreif zu trimmen. Er legt Wert auf Pünktlichkeit, Exaktheit und individuelle Verlässlichkeit, nicht so sehr dagegen auf das soziale Miteinander. Eine kurzfristige Einladung in die Cafeteria vor der Besprechung hatte er erhalten, in seinen Augen ist Kaffeetrinken aber eher Zeitverschwendung und passt so spontan auch nicht in seinen Zeitplan.

Agil führen: Werte und Interessen in einen Ausgleich bringen

Hier treffen italienische Beziehungs- auf deutsche Sachorientierung. Beide können auf ihrer Seite vom Pferd fallen, wenn sie nur den eigenen Wert hochhalten. Erkennen sie aber, dass sie sich gegenseitig ergänzen können, und damit auf dem Pferd halten, bewegen sich beide aufeinander zu. Dann entsteht Synergie und damit erfolgreiche Zusammenarbeit. Genau das können Sie als Führungskraft / als Projektleiter erreichen, indem Sie beide Seiten wertschätzend diese unterschiedlichen Sichtweisen und die große Kraft der gegenseitigen Ergänzung deutlich machen und motivieren aufeinander zuzugehen.

Diversität kreativ nutzen

Für unser Beispiel könnte das so aussehen: Der Italiener holt den deutschen Kollegen schon kurz vor 14 Uhr zum Kaffeetrinken ab. Während des Kaffees besprechen sie wichtige Aspekte des Auftrags, den der Italiener vorab elektronisch vom deutschen Kollegen erhalten und mit etwas Widerwillen doch immerhin schon überflogen hat. Statt sich zu ärgern, vertagt der Deutsche die Unterschriftsreife auf übermorgen und holt sich lieber noch schnell die Meinung des italienischen Kollegen zu einem anderen Projekt ein. Da trifft es sich gut, dass sie wie zufällig beim Verlassen der Cafeteria dem Projektleiter über den Weg laufen. Das positive Ergebnis: Zusätzliche Arbeit ist bewältigt, der Besprechungsraum bleibt möglicherweise leer.

Werte-Pyramide als flexible Konfliktlösung

Hilfreiches Instrumentarien sind Werte-Pyramide, mit der Sie die unterschiedlichen Werte in Einklang bringen können sowie wertschätzende Gesprächsführung zur Konfliktlösung.

 

Ganzer Beitrag von Silke Weigang unter: http://silke-weigang.com/medien/

oder unter: https://www.projektmagazin.de/artikel/so-loesen-sie-interkulturelle-konflikte_1114988