Wettbewerbsvorteil = Verständigung zwischen Generationen
Wenn Generationen sich wieder verstehen lernen (Teil 2)
Dieser Beitrag knüpft an: Intergenerationale Verständigung: Verschiedene Generationen auf „Du & Du“ . Wenn Generationen sich wieder verstehen lernen (Teil 1)
Verständigung zwischen Generationen wird in Unternehmen und Schulen immer wichtiger. Ich unterstütze Sie dabei, dass Alt und Jung voneinander lernen und Zusammenarbeit gelingen kann. Das wird zum Wettbewerbsvorteil. Auch Alter ist eine Dimension von Diversity. Und wie jede andere Form von Diversity muss auch Altersdiversität gestaltet werden.
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Wie intergenerationale Verständigung trainiert werden kann
Intergenerationale Verständigung lässt sich nicht durch einen einmaligen Vortrag „lösen“. Sie ist eine Kompetenz, die erlebt, reflektiert und eingeübt werden muss.
Dafür eignen sich beispielsweise Workshops, moderierte Teamprozesse und individuelles Coaching, aber auch generationenübergreifendes Reverses Mentoring.
Intergenerationale Verständigung beginnt dort, wo wir aufhören, über Generationen zu stereotypisieren, und anfangen, mit Menschen zu sprechen.
1. Generationen sichtbar machen
Ein erster Schritt kann eine persönliche „Generationen-Landkarte“ sein.
Teilnehmende beantworten Fragen wie:
- Welche technologischen Entwicklungen haben meine Jugend geprägt?
- Was bedeutete für mich ein guter Arbeitsplatz?
- Wie wurde in meiner Familie mit Autorität umgegangen?
- Was habe ich über Leistung gelernt?
- Wie kommuniziere ich, wenn es schwierig wird?
- Was erwarte ich von jüngeren bzw. älteren Menschen?
Im anschließenden Austausch wird schnell sichtbar:
Wir sitzen zwar im selben Raum – aber wir bringen unterschiedliche innere Landkarten mit.

2. Perspektivwechsel trainieren
Eine besonders wirksame Übung ist der Perspektivwechsel.
Eine ältere Führungskraft übernimmt beispielsweise für einige Minuten die Perspektive eines Berufseinsteigers.
Ein junger Mitarbeiter argumentiert aus der Sicht einer erfahrenen Führungskraft.
Dabei geht es nicht darum, die jeweils andere Generation perfekt nachzuahmen. Es geht darum, die eigene Selbstverständlichkeit kurz zu verlassen.
Das kann überraschend viel bewegen.
3. Reverse Mentoring
Auch Reverse Mentoring bietet große Chancen.
Ein jüngerer Mitarbeiter kann beispielsweise eine erfahrene Führungskraft in digitalen Kommunikationswelten, Social Media oder neuen Arbeitsformen begleiten.
Umgekehrt vermittelt die erfahrene Person Wissen über Kunden, Unternehmensgeschichte, Verhandlungen oder Führung.
Damit wird Wissen nicht mehr hierarchisch verteilt:
Die Älteren wissen alles.
oder
Die Jüngeren wissen alles.
Sondern:
Jede Generation weiß etwas, das die andere braucht.
4. Generationen-Tandems in Schulen
Auch Schulen können gezielt mit Tandems arbeiten.
Eine erfahrene Lehrkraft und eine jüngere Lehrkraft planen gemeinsam eine Unterrichtseinheit. Danach reflektieren sie:
Was hat funktioniert?
Was hätte ich anders gemacht?
Was konnte ich von dir lernen?
Und vor allem:
Welche meiner bisherigen Annahmen musste ich korrigieren?
Auch Schülerinnen und Schüler können einbezogen werden. Beispielsweise indem sie Lehrkräften ihre digitale Lebenswelt erklären – während Lehrkräfte ihre Erfahrungen mit Recherche, Quellenbewertung oder langfristigem Lernen einbringen.
So entsteht keine einseitige Belehrung, sondern echter und bereichender Austausch.
Was Unternehmen jetzt gewinnen können
Intergenerationale Verständigung ist nicht nur eine Frage des guten Miteinanders.
Sie kann zu einem Wettbewerbsvorteil werden.

Wenn Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels ältere und jüngere Mitarbeitende besser miteinander verbinden, entsteht etwas, das keine einzelne Generation allein leisten kann: kombiniertes Wissen.
Das ist besonders relevant, wenn erfahrene Beschäftigte ausscheiden.
Denn Wissen geht nicht automatisch verloren, wenn Menschen in Rente gehen. Es geht verloren, wenn Unternehmen keine Strukturen schaffen, in denen Wissen weitergegeben, hinterfragt und weiterentwickelt wird.
Deutschland steht vor einem erheblichen demografischen Wandel. Gleichzeitig arbeiten heute Menschen mit 20, 30, 40, 50 oder 60+ Jahren zusammen. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen mit – und damit enorme Ressourcen.
Generationenübergreifende Zusammenarbeit kann deshalb Bestandteil einer modernen Fachkräftestrategie sein.
Das knüpft unmittelbar an meinen Beitrag Die neuen Fachkräfte sind schon unter uns! Diversity der Gen Z schafft Zukunft! an:
Junge Menschen bringen Kompetenzen und Perspektiven mit, die Unternehmen häufig noch nicht ausreichend erkennen oder nutzen!
Diversity bedeutet dabei nicht nur Herkunft, Geschlecht oder kulturellen Hintergrund.
Auch Alter ist eine Dimension von Diversity.
Und wie jede andere Form von Diversity muss auch Altersdiversität gestaltet werden.
Meine Perspektive: Was ich aus zwei Welten mitbringe
In meiner Arbeit verbinde ich zwei Erfahrungen, die für intergenerationale Verständigung besonders wertvoll sind.
Seit Jahrzehnten begleite ich Erwachsene in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, in Führung, Veränderungsprozessen und komplexen Zusammenarbeit.
Gleichzeitig habe ich einige Jahre als angestellte Lehrerin mit Jugendlichen unterschiedlicher Schulformen gearbeitet und dabei intensiv erlebt, wie junge Menschen denken, lernen, kommunizieren, sich entwickeln – und wo sie mit der Erwachsenenwelt möglicherweise aneinandergeraten.
Diese beiden Perspektiven zusammenzubringen, empfinde ich als besonders spannend.
Denn Verständigung funktioniert für mich nicht nach dem Prinzip:
„Die Erwachsenen müssen die Jugendlichen verstehen.“
Und auch nicht:
„Die Jugendlichen müssen sich an die Erwachsenenwelt anpassen.“
Es geht um etwas anderes:
Beide Seiten können lernen, die Welt der anderen zu betreten, ohne ihre eigene zu verlassen.
Genau dort beginnt echte Zusammenarbeit.

Intergenerationale Verständigung braucht Räume
Menschen brauchen Räume, in denen Unterschiede sichtbar werden dürfen, ohne sofort bewertet zu werden.
In Unternehmen können das intergenerationale Workshops, Führungskräfte-Coachings, Teamprozesse oder Mentoring-Formate sein.
In Schulen können pädagogische Teams, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler gemeinsam an Kommunikations- und Perspektivwechselprozessen arbeiten.
Dabei geht es nicht darum, Generationen zu katalogisieren.
Es geht darum, Menschen wieder neugierig aufeinander zu machen.
Denn vielleicht ist die wichtigste Frage nicht:
„Zu welcher Generation gehörst du?“
Sondern:
„Welche Erfahrungen haben dich zu dem Menschen gemacht, mit dem ich heute zusammenarbeite?“
Von der Generationenfrage zur gemeinsamen Zukunft
Der demografische Wandel wird die Arbeitswelt in Deutschland in den kommenden Jahren weiter verändern. Gleichzeitig arbeiten bereits heute Millionen Menschen unterschiedlicher Altersgruppen miteinander.
Wir können deshalb nicht darauf warten, dass sich Generationen „von selbst“ besser verstehen.
Wir müssen Verständigung gestalten.
Unternehmen, die das tun, schaffen bessere Voraussetzungen für Wissenstransfer, Zusammenarbeit und Mitarbeiterbindung.
Schulen, die es tun, bereiten junge Menschen nicht nur auf Prüfungen vor, sondern auf eine Gesellschaft, in der sie mit Menschen unterschiedlichster Lebensalter und Erfahrungen zusammenarbeiten werden.
Und für den Einzelnen bedeutet intergenerationale Verständigung eine ganz persönliche Chance:
Die eigene Perspektive wird größer, wenn die Perspektive des anderen hinzukommt.
Genau darin liegt für mich der Kern von Leadership in Complexity:
Komplexität verschwindet nicht, wenn wir Unterschiede beseitigen.
Wir lernen, mit unterschiedlichen Perspektiven so umzugehen, dass daraus gemeinsame Handlungsfähigkeit entsteht.
Intergenerationale Verständigung ist deshalb keine Frage des Alters. Sie ist eine Frage der Beziehung, der Haltung und der Fähigkeit, wirklich zuzuhören.
Und genau diese Fähigkeit lässt sich entwickeln.
Intergenerationale Verständigung gezielt entwickeln
Sie möchten die Zusammenarbeit verschiedener Generationen in Ihrem Unternehmen, Ihrer Schule oder Ihrem Team verbessern?
Ich entwickle gemeinsam mit Ihnen passende Formate – von Workshops und moderierten Teamprozessen über Führungskräfte-Coaching bis hin zu intergenerationalen Entwicklungs- und Mentoringformaten.
Dabei geht es nicht um Patentrezepte für „die Jungen“ oder „die Älteren“.
Es geht um die konkrete Situation Ihrer Organisation:
Wo entsteht Unverständnis?
Welche Perspektiven fehlen?
Was könnte voneinander gelernt werden?
Und wie wird aus Unterschiedlichkeit echte Zusammenarbeit?
Denn ich entwickle nicht Menschen oder Organisationen – ich entwickle die Qualität ihrer Zusammenarbeit, indem ich sie als Sparringspartner auf Augenhöhe begleite und so zu ihrer Entfaltung beitrage.
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